Von "dunkel und unfreundlich" zu modern und offen
Die Sanierung des Rathauses in Beckingen
Das ehemalige Krankenhaus in Beckingen wird schon seit geraumer Zeit als Rathaus genutzt. Ein Anbau wurde bereits in den 80er Jahren im Zuge der Erreichtung einer Mehrzweckhalle vorgenommen. Doch von einer alters- und behindertengerechten Erschließung des Hauses träumte man bisher vergeblich.
Daher startete man im Jahr 2005 eine gemeinsame Bestandsaufnahme seitens der beteilgten Planer, sowie den Projektverantwortlichen der Gemeindeverwaltung durch das Haus. Und wurde nicht nur im Bereich der Erschließung fündig: ein feuchtes Kellermauerwerk - nicht untypisch für Gebäude aus den 40er/50er Jahren - zwang die Verwaltung bisher die Archive in den trockenen Dachstuhl zu verlegen. Doch auch dort setzten Wassereintritte dem Satteldach vor allen in den Kehlbereichen der Gauben zu. Eine Abhilfe sollte also in diesen Punkten unbedingt vor dem Beginn weiterer Arbeiten erfolgen, um nicht später nur schwer und kostenintensiv zu sanierende Bauteile zu erschaffen.
Negative Wahrnehmung bei Besuchern
Gestalterisch lag der damalige Empfangsbereich außenseitig vor der Eingangstür, was nicht nur an regnerischen Tagen sondern vor allem auch im Winter die Situation an der Anmedung beeinträchtigte. Die geschlossene Betondecke, die den Bereich großzügig überdeckte, wirkte massiv und verdunkelte sowohl den Eingangsbereich als auch den dahinter liegenden Treppenaufgang maßgeblich. Als "dunkel und unfreundlich" wurde der Eingang von einer Besucherin beschrieben - die damit das Thema auf den Punkt brachte.Umfassendes Sanierungskonzept
In der Folge entstand im engen Dialog mit der Verwaltung ein Gesamtkonzept, das neben der Trockenlegung des Kellers und der Abdichtung der Dachebene mit erheblichen gestalterischen Auswirkungen verbunden war: im Eingangsbereich sollte ein großzügiger Deckeneinschnitt das ausgesperrte Licht wieder in den Raum hineinholen. Gleichzeitig sollte die Verlegung der Türebene den Empfangsbereich in das Gebäude "einziehen" lassen.Mit einem rückseitig angegliederten Aufzug würde das gesamte Gebäude behindertengerecht werden. Ergänzt werden sollte die Anlage durch eine Zugangstreppe aus Richtung der Mitarbeiter-Parkplätze. Das bisher mangelhafte Brandschutz- und Rettungswegkonzept würde zudem eine komplette Überarbeitung erfahren.
Gleichzeitig sollte der Gebäudekomplex energetisch für die Zunkunft gerüstet werden: die Aufbringung eines Wärmedämm-Verbundsystems würde die Sanierungsmaßnahmen abrunden und das Gebäude in einem frischen Gesicht erscheinen lassen.
Einstimmiges Votum der Ratsgremien
Dass das Gesamtpaket letzten Endes sowohl von Herrn Bürgermeister Seger als auch von den Ratsgremien der Gemeinde Beckingen mitgetragen werden konnte, war einer guten Haushaltssituation der Kommune zu schulden. Und einem klaren, auf die Zukunft ausgerichteten Bekenntnis für den Standort.So konnten sich nach einer Bauzeit von rund 9 Monaten im Jahr 2006 nicht nur die Verwaltungsmitarbeiter an den funktionalen und gestalterischen Neuerungen erfreuen, sondern fortan auch die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Beckingen.
Projektfotos
Projektdaten
| Auftraggeber | Gemeinde Beckingen |
| Planungsareal | Beckingen |
| Kategorie | Öffentliche Bauten |
| Bauvolumen / Kenngr. | bis 1,25 Mio. Euro |
| Leistungsumfang | Entwurf, Bauantragstellung, Werkplanung, Ausschreibung & Vergabe in Zusammenarbeit mit Architekt Manfred Gorges, Losheim am See |
| Anschrift | Rathaus Beckingen, Bergstraße 48, 66701 Beckingen |
| Website | http://www.beckingen.de |

