Gestalterischer Impuls für das Quartier
Die Erweiterung des Gesundheitszentrums "Aktiver Leben"
Das im Jahr 2000 neu eröffnete Gesundheitszentrum "MediVital" in der Losheimer Ortsmitte erfreute sich großer Beliebtheit: der großzügige Saunabereich, der auf den Cardio-Bereich spezialisierte Fitness-Raum und die privatärztliche Praxis vereinten die Themen Gesundheit und Wohlfühlen.
Durch den Zukauf eines nahe gelegenen Fitnesszentrums - dessen Name "Aktiver Leben" künftig geführt werden sollte - bot sich die Chance, den Kunden ein erweitertes, abgerundetes Angebot unter einem Dach anbieten zu können.
Gestalterischer Impuls für das Quartier
Der Entschluss zu weiteren Investitionen an dem bisherigen Standort reifte zügig. Die bisherige Parkplatzfläche, eine recht schmale und tiefe Parzelle, sollte hierfür genutzt werden. Bereits bei den ersten Gesprächen mit den Genehmigungsbehörden Mitte des Jahres 2008 wurde die städtebauliche Wirkung des neuen Baukörpers intensiv diskutiert: entweder sollte sich der neue Gebäudeteil komplett in den städtebaulichen Bestand einpassen oder bewußt mit den baulichen Traditionen des Ortes brechen und einen gestaltierischen Impuls für das Gesamtquartier setzen. Der Entschluss des an der Bauhaus-Architektur interessierten Bauherren fiel selbstredend noch vor Ort.Nach einer planerischen Orientierungsphase waren die Erwartungen an den neuen Baukörper schnell abgesteckt: auf dem schmalen Bauplatz sollten neben einer Fitnessetage mit Anbindung an den Gebäudebestand eine Etage mit einem stützenfreien, 100qm großen Kursraum ausgestattet werden. Die Saunalandschaft sollte künftig über den Dächern Losheim mit einer Außensauna aufwarten und den Besucher mit bisher nicht zur Verfügung stehenden Freiluftliegen begeistern.
Um die wertvollen Mitarbeiter-Parkplätze jedoch nicht durch die neue Architektur abzuschneiden und zu erhalten, beschlossen Bauherren und Planer die Anbindung des Neubaus an den Bestand durch eine großzügig verglaste, freigespannte Brückenkonstruktion zu realisieren. Diese wird heute zum Ausdauertraining genutzt.
Energieeinsparung durch BHKW
Bis zum Baubeginn im April 2009 wurde seitens der Architekten ein intensiver Dialog zwischen dem Errichter der Heizungs- und Lüftungsanlage und dem Bauherrn selbst angestoßen. Die im Jahr 2000 in Betrieb genommene bestehende Gastherme sollte künftig lediglich als Spitzenlastkessel fungieren - zu Gunsten eines Blockheizkraftwerks (BHKW), das neben der Heizwärme selbst genutzten Strom für die energiehungrige Saunalandschaft bereitstellt. Alleine diese Umstellung erspart dem Bauherren jährlich einen vierstelligen Betrag gegenüber dem vorherigen Anlagenstand. Eine kurzfristige Amortisierung des neuen BHKWs ist alleine hierdurch sichergestellt.Behagliches Raumklima durch Frischluftsee
Das ehrgeizige Ziel bezüglich der Raumlüftung bestand darin, nicht nur den neuen Kursraum sowie den Neubauteil der Trainingsräumlichkeiten mit einer Lüftungsanlage zu versehen, sondern auch den Bestand mit an die neue Technik anzubinden.In einem detallierten Entwurfsprozess entstand so ein Lüftungssystem, dass den Einriff in das tragende Bestandsmauerwerk weitestgehend minimierte und gestalterisch möglichst dezent auftritt. Quellauslässe, sogenannte Lüftertonnen, fluten im gesamten Raum eine Art "Frischluftsee" an. Die kühle Luft erwärmt sich an den Sportlern und steigt auf. Im Deckenbereich erfolgt an zentraler Stelle die Absaugung der verbrauchten Luft, die sodann - über einen Wärmetauscher geleitet - die frische Zuluft vorwärmt bevor sie das Gebäude verlässt. Durch die niedrigen Geschwindigkeiten der Quellauslässe entsteht eine äußerst behagliche Raumsituation, die auch zu Spitzenlastzeiten aufrecht erhalten werden kann.
Begeisterte Sportler
Durch die zahlreichen funktionellen Optimierungen und aufrgund der hohen gestalterischen Qualität war nicht nur den zufriedenen Betreibern und dem Bauherren bewußt, im Frühjahr 2010 eine Anlage in Empfang genommen zu haben, die den hohen Anprüchen der Kundschaft mehr als gerecht wird. Eine bisher hervorragende Auslastung des Gesundheitszentrums und überaus positive Resonanzen der Kunden bezüglich des neuen Konzepts und der damit verbundenen Architektur unterstreichen die Erfolgsgeschichte.
Projektfotos
Projektdaten
| Auftraggeber | Dr. med. F.-J. Remmel / Aktiver Leben GmbH, Losheim am See |
| Planungsareal | Losheim am See |
| Kategorie | Gewerbebauten |
| Bauvolumen / Kenngr. | bis 750 Tsd. Euro |
| Leistungsumfang | Entwurf, Bauantragstellung, Werkplanung, Ausschreibung & Vergabe, Bauleitung, SiGe-Leistungen |
| Anschrift | Aktiver Leben GmbH, Am Carl-Dewes-Platz 3-5, 66679 Losheim am See |
| Website | http://www.aktiverleben-losheim.de/ |

